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Rohproteine

Fleisch gleich Fleisch?


Die Aufnahme der Nahrung und ihre Verarbeitung im Verdauungstrakt, den Übergang der in der Nahrung enthaltenen Stoffe in das Blut und von diesem in die Gewebe, die Verwertung der Nährstoffe in den Geweben und schließlich die Ausscheidung der Abfallprodukte fassen wir unter dem Begriff Stoffwechsel zusammen. Die Verdaulichkeit eines Futtermittels ist beim Hund in doppelter Hinsicht von Bedeutung. Einmal bestimmt sie sehr wesentlich den eigentlichen Futterwert (Energie, Protein), zum anderen ergibt sich aber auch aus der Höhe der Verdaulichkeit ein Hinweis auf die Verträglichkeit des betreffenden Futtermittels. Die Verdaulichkeit der Rohproteine (Eiweiss) variiert beim Hund erheblich in Abhängigkeit von der Art und der Verarbeitung von Rohprotein.

Tierische Proteine (Fleisch) sind für den Hund viel einfacher zu verdauen als wie Proteine pflanzlicher Herkunft.

Rohprotein ist als Rohmaterial zum Aufbau vieler körpereigener Substanzen unbedingt notwendig und kann durch keinen anderen Nährstoff ersetzt werden. Die Rohproteine in der Hundenahrung sind von unterschiedlicher Qualität. Anders als bei Fetten kann deshalb die prozentuale Angabe von Rohprotein bei der Deklaration keine Information über Proteinverdaulichkeit geben, sofern Menge und Art des gefütterten Proteins unbekannt sind. Aus Veterinär­medizinischer Sicht ist deshalb seit län­gerem die Frage von Interesse, ob eine detailliertere Definition von Rohprotein für die Beurteilung und Bewertung einer Hundenahrung, im Interesse einer artgerechten und gesunden Ernährung, nicht sinnvoller wäre. Bei der Betrachtung dieser unterschiedlichen Werte wird deutlich, daß nicht der deklarierte Wert «Rohprotein» für eine artgerechte und gesunde Hundeernährung von Wichtigkeit ist, sondern der Wert der Verdaulichkeit. Es kommt also darauf an, wie hoch der Anteil der einzelnen Rohproteinträger ist, die in einer Futtermischung enthalten sind. Diese Angaben läßt der Gesetzgeber jedoch nicht zu. Die Angaben zum Rohproteingehalt bei der jetzigen Deklarationspraxis sagen jedoch nichts über die Qualität des Proteins aus.

Durch die Umbau- und Syntheseprozesse des Stoffwechsels wird Rohprotein in die kleinste molekulare Struktureinheit, die Aminosäure, zerlegt. Aminosäuren werden deshalb auch als Bausteine des Lebens bezeichnet. Sie sind die elementaren Struktureinheiten der Proteine. Gewöhnlich findet man in Proteinen 20 Arten vom Aminosäureketen, die sich in Größe, Gestalt, Ladung, Wasserstoffbindungsfähigkeit und chemischer Reaktivität unterscheiden.

Interessanterweise bauen sich alle Proteine in sämtlichen Lebensformen - vom Bakterium über den Hund bis zum Menschen - aus demselben Satz von 22 Aminosäuren auf. Dieses fundamentale Alphabet der Proteine ist mindestens zwei Milliarden Jahre alt. Die Fülle der Funktionen, die durch Proteine vermittelt werden, hat ihre Ursache in der Verschiedenartigkeit und Vielseitigkeit dieser 22 Bausteine. Inzwischen kennt man die vollständigen Aminosäuresequenzen von über 2000 Proteinen. Bemerkenswerterweise besitzt jedes Protein eine einzigartige, genau definierte Folge von Aminosäuren.

Eine Reihe von Untersuchungen in den späten fünfziger und frühen sechziger Jahren zeigte, daß die Aminosäuresequenzen genetisch festgelegt sind. Proteine spielen eine Schlüsselrolle in nahezu allen biologischen Prozessen, beim Zellaufbau und bei fast allen biologischen Abläufen. Alle chemischen Reaktionen in biologischen Systemen werden durch Proteine, die man Enzyme nennt, gesteuert. Proteine diktieren die chemischen Umsetzungen in der Zelle. Außerdem erfüllen Proteine noch ein breites Spektrum anderer Funktionen, sei es als Co-Enzyme oder auch als Hormone, für Transport und Speicherung, koordinierte Bewegung, mechanische Stützfunktionen, Immunabwehr, Nervenerregung, Stoffwechselregulation sowie Kontrolle von Wachstum und Differenzierung.

Wie bereits ausgeführt bauen sich Proteine in allen Lebewesen aus demselben Einheitssatz von 22 Aminosäuren auf. Es ist aber wichtig zu wissen, daß der Organismus des Hundes nicht alle Aminosäuren selbst aufbauen kann. Eine ganze Reihe der in den Proteinen gefundenen Aminosäuren können im Organismus nicht synthetisiert werden. Die DNS (DNA), Desoxyribonucleinsäure, Schlüsselmolekül des Lebens, die die genetische Information enthält und u. a. für die Vererbung zuständig ist, hat die Fähigkeit verloren - oder bewusst eingeschränkt - diese Aminosäuren über den eigenen Organismus herzustellen, da sie unter anderem durch Mikroorganismen in der Darmflora des Wirtsorganismus aus der Nahrung isoliert werden können. Man bezeichnet diese Gruppe von Aminosäuren als essentiell. Sie sind entweder unentbehrliche Bestandteile der Nahrung (z.B. frisches Fleisch) oder müssen durch eine intakte Darmflora dem Organismus verfügbar gemacht werden.


Was passiert bei Eiweissmangel?
Eiweissmangel äussert sich in schlechtem Fell, Hautinfektionen, Infektionskrankheiten, Durchfall und Parasitenbefall, weil das Allgemeinbefinden des Hundes insgesamt leidet. Bei Welpen merkt man es meist daran, dass sie träge und ohne jegliches Temperament sind. Auch zeigt sich ein verminderter Wachstum bei jungen Hunden. Beim älteren Hund hingegen zeigt sich ein deutlicher Leistungs-Nachlass, er wirkt träge bis apathisch. Hündinnen haben meist zuwenig Milch,

Was passiert bei zuviel Eiweiss?
Füttern wir unserem Hund zuviel Eiweiss wandelt der Körper dies in Fett um und speichert es in Depots. Daneben wird der überflüssige Stickstoff, der von den dann nicht benötigten Aminosäuren kommt, in der Leber in Ammoniak umgewandelt. Dieses Ammoniak wird wiederum in Harnstoff umgebaut und über die Niere ausgeschieden. Dadurch wird die Niere stärker mit giftigen Abbauprodukten belastet, was bei einem Hund mit Nierenschäden zu Problemen führen kann. Hier ist es besonders wichtig auf die Qualität der Proteinquelle zu achten, da hochwertigeres Eiweiss den Stoffwechsel und damit auch den Abbau nicht zu sehr belastet. Ein weiteres Zeichen für eine Ueberdosierung kann Juckreiz sein, dies kann allerdings auch bedingt durch die Art der Eiweissquelle sein und muss nicht unbedingt an der Menge des Eiweiss liegen.




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